Drohnen in der Lagerlogistik
Drohnen, die nachts durchs Hochregal fliegen und Bestände zählen, sind längst keine Messeidee mehr. Realistisch einsetzbar sind sie aber nur unter bestimmten Bedingungen.
Das Prinzip ist einfach: Die Drohne fliegt eine definierte Route durch die Gassen, liest dabei Etiketten an den Stellplätzen und meldet Ist-Bestände an das Lagerverwaltungssystem. Ihr eigentlicher Vorteil ist nicht Geschwindigkeit, sondern Zugänglichkeit – sie erreicht Plätze in zwölf Metern Höhe, ohne dass jemand mit einer Hebebühne dorthin muss.
Die Voraussetzungen sind allerdings anspruchsvoll. Es braucht eine verlässliche Positionsbestimmung im Innenraum, gut lesbare Etiketten in der richtigen Ausrichtung, definierte Flugkorridore und ein Sicherheitskonzept für den Betrieb – in der Praxis heißt das meist Flüge außerhalb der Arbeitszeit. Dazu kommt die Anbindung an das WMS, denn ohne Sollbestand nützt die Zählung wenig.
Sinnvoll wird das dort, wo hohe Regale, viele Stellplätze und hoher Inventuraufwand zusammenkommen. Für die meisten Lager bleibt der wirtschaftlichere Weg die permanente Inventur mit MDE-Geräten oder – bei getaggten Beständen – die RFID-Erfassung. Wir schauen uns die Zahlen an, bevor Technik empfohlen wird.
| Verfahren | Stärke | Voraussetzung |
|---|---|---|
| MDE mit Long-Range-Scanner | Sofort einsetzbar, günstig | Retroreflektierende Platzetiketten |
| Permanente Inventur | Kein Stichtag nötig, laufend genau | WMS mit Zählauftragssteuerung |
| RFID-Erfassung | Pulk-Zählung in Minuten | Getaggte Bestände |
| Drohnengestützt | Erreicht hohe Plätze ohne Hebebühne | Positionierung, Sicherheitskonzept, WMS-Anbindung |
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Häufige Fragen
Meist nicht. Der Aufwand für Infrastruktur und Sicherheitskonzept rechnet sich erst bei sehr vielen hohen Stellplätzen. Für die meisten Betriebe bringt die permanente Inventur mit MDE-Geräten mehr für weniger Geld.
Long-Range-Scanner in Kombination mit retroreflektierenden Platzetiketten: Damit werden Etiketten aus zehn Metern und mehr vom Boden oder vom Stapler aus gelesen – ohne Flugbetrieb.
Unsicher, was zu Ihrem Prozess passt?
Wir schauen uns Ihren Ablauf an und empfehlen erst danach ein Gerät oder eine Software — herstellerunabhängig und mit Testgerät vor der Bestellung.
