Ratgeber

Etikettendruck aus SAP: die drei Wege im Vergleich.

Etiketten aus SAP zu drucken geht auf drei Arten – direkt aus dem Formularwesen, über Adobe Forms oder mit einer Etikettensoftware als Middleware. Welche passt, hängt davon ab, wer Layouts pflegen soll und wie oft sie sich ändern.

Die drei Wege

  1. Direkt aus SAP (SAPscript/Smart Forms): Das Etikett wird als SAP-Formular gebaut und über einen Gerätetyp (etwa ZPL für Zebra) direkt an den Drucker geschickt. Keine Zusatzsoftware, aber jede Layout-Änderung läuft über ABAP-Entwicklung und Transportwesen – bei Etiketten, die sich selten ändern, verschmerzbar, sonst zäh.
  2. Adobe Forms: Moderneres Formularwesen mit grafischem Designer, gut für Dokumente. Für Etiketten mit Barcodes, variablen Längen und Druckersteuerung (Cutter, Peeler) bleibt es aber ein Kompromiss – Barcode-Feinheiten wie GS1-128 mit mehreren Application Identifiern werden schnell fummelig.
  3. Etikettensoftware als Middleware (BarTender, NiceLabel/Loftware u. a.): SAP liefert nur die Daten, das Layout lebt in der Etikettensoftware. Die Fachabteilung ändert Vorlagen selbst, Barcodes und GS1-Strukturen sind Standardbausteine, und dieselben Vorlagen bedienen auch WMS, MES oder den Handarbeitsplatz. Der Standardweg, sobald Etiketten regelmäßig angepasst werden oder mehrere Systeme drucken.
SAP-Etikettendruck: die drei Wege im Vergleich
KriteriumDirekt (SAPscript/Smart Forms)Adobe FormsEtikettensoftware (Middleware)
Layout-PflegeABAP-EntwicklungFormular-Designer (IT)Grafischer Designer (Fachabteilung)
ÄnderungsaufwandHoch (Transportwesen)MittelGering, ohne Transport
Barcodes / GS1-128Möglich, aufwendigEingeschränkt komfortabelStandardbausteine inkl. Prüfziffern
ZusatzkostenKeineGgf. ADS-LizenzenLizenz Etikettensoftware
Mehrere QuellsystemeNeinNeinJa (SAP, WMS, MES, manuell)
Am besten fürStatische Etiketten, kleine UmgebungDokumentnahe AusgabenWechselnde Layouts, Compliance, Wachstum

Unsere Empfehlung

Wenige, stabile Etiketten und ABAP-Kompetenz im Haus: Der direkte Weg aus SAP ist in Ordnung. In allen anderen Fällen rechnet sich die Etikettensoftware schnell – vor allem, wenn GS1-Vorgaben von Handelspartnern erfüllt werden müssen oder das Lager parallel mit einem WMS arbeitet.

Häufige Fragen

Ja. SAP kann über Gerätetypen (z. B. LZEB2 für ZPL) direkt an Zebra-Drucker senden. Der Weg funktioniert, macht aber jede Layout-Änderung zum ABAP-Thema. Deshalb setzen viele Betriebe eine Etikettensoftware als Middleware dazwischen, die das Layout übernimmt und von SAP nur die Daten bekommt.

Layouts pflegt die Fachabteilung im grafischen Designer statt im ABAP-Formular, Änderungen brauchen keinen Transport und kein IT-Ticket. Dazu kommen zentrale Druckerverwaltung, Druckhistorie und die Anbindung mehrerer Systeme (SAP, WMS, MES) auf dieselben Vorlagen.

Ja. Alle drei Wege existieren unter S/4HANA weiter; gängige Etikettensoftware bringt zertifizierte Schnittstellen zu S/4HANA und SAP EWM mit. Eine Migration ist ein guter Zeitpunkt, den Etikettendruck gleich mit zu bereinigen.

Wir. Die Kombination aus Druckern, Etikettensoftware und SAP-Anbindung ist unser Tagesgeschäft – von der Gerätetyp-Einrichtung über das Layout bis zum Test mit echten Bewegungsdaten. Sprechen Sie uns mit Ihrem Szenario an.

Unsicher, was zu Ihrem Prozess passt?

Wir schauen uns Ihren Ablauf an und empfehlen erst danach ein Gerät oder eine Software — herstellerunabhängig und mit Testgerät vor der Bestellung.