DataMatrix-Code scannen: Aufbau, Lesbarkeit, Geräte
DataMatrix ist der Code für alles, was zu klein für einen Strichcode ist – Platinen, Instrumente, Bauteile, Medikamentenpackungen. Er speichert mehr Daten auf weniger Fläche als jeder 1D-Code und lässt sich sogar direkt ins Material einbringen. Genau das macht ihn aber auch anfälliger für Lesefehler, wenn Druck, Optik oder Beleuchtung nicht zusammenpassen.
Aufgebaut ist ein DataMatrix-Code als quadratisches oder rechteckiges Muster aus hellen und dunklen Zellen. Zwei durchgehende Ränder bilden das sogenannte L-Muster und geben Position und Ausrichtung vor, die beiden gegenüberliegenden Ränder wechseln hell und dunkel und definieren das Raster. Weil die Ausrichtung im Code selbst steckt, kann er in jeder Drehlage gelesen werden – ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem Strichcode.
- Anforderung klären: Was steht im Code, wie groß darf er sein, wie lange muss er halten und gibt es eine Norm, die eingehalten werden muss?
- Kennzeichnungsverfahren wählen: Etikett per Thermotransfer für die meisten Fälle, Direct Part Marking dort, wo kein Etikett hält.
- Auflösung und Zellgröße festlegen: Zellgröße und Druckauflösung gemeinsam bestimmen, nicht nacheinander – daran scheitern die meisten Projekte.
- Scanner nach Untergrund auswählen: Standardimager für gedruckte Codes, DPM-fähiges Gerät mit passender Beleuchtung für Direktmarkierungen.
- Am realen Bauteil testen: Am Einsatzort, mit der tatsächlichen Beleuchtung und in der Position, in der später gescannt wird.
- Qualität prüfen und dokumentieren: Wo eine Norm gilt, mit einem Prüfgerät verifizieren statt sich auf „liest sich schon" zu verlassen.
Die eigentliche Stärke ist die Fehlerkorrektur. Nach dem heute üblichen ECC-200-Verfahren bleibt ein Code auch dann lesbar, wenn ein erheblicher Teil der Fläche beschädigt, verkratzt oder verschmutzt ist. Deshalb findet man DataMatrix überall dort, wo Kennzeichnung jahrelang halten muss: in der Fertigung, in der Medizintechnik und auf Bauteilen, die Öl, Reinigung oder Hitze ausgesetzt sind.
Direkt ins Material eingebracht heißt Direct Part Marking – gelasert, genadelt oder geätzt auf Metall, Kunststoff oder Glas. Diese Codes haben keinen klassischen Kontrast zwischen Farbe und Untergrund, sondern nur einen Höhen- oder Reflexionsunterschied. Ein gewöhnlicher Scanner scheitert daran zuverlässig. Nötig ist ein Gerät mit passender Optik und vor allem der richtigen Beleuchtung: diffuses Licht für glänzende Oberflächen, flacher Lichteinfall für genadelte Codes.
Wenn ein DataMatrix in der Praxis nicht gelesen wird, liegt es fast nie am Scanner allein. Die häufigsten Ursachen sind zu kleine Zellen für die gewählte Auflösung beim Druck, ein fehlender oder zu schmaler Ruhezonenrand rund um den Code, zu wenig Kontrast, ein verzerrtes Raster durch eine gewölbte Oberfläche und spiegelnde Reflexionen. Wer die Qualität nachweisen muss – etwa in der Medizintechnik – kommt um eine Prüfung nach ISO/IEC 15415 beziehungsweise 29158 für DPM nicht herum.
Beim Druck gilt derselbe Grundsatz wie bei jedem 2D-Code: Je kleiner die Fläche, desto höher muss die Auflösung sein. Für kleine Codes auf Etiketten sind 300 dpi das Minimum, bei sehr kleinen Bauteiletiketten sind 600 dpi sinnvoll. Ein Code, der auf dem Bildschirm gut aussieht, ist damit noch lange nicht scanbar – erst der Test am echten Gerät, unter echtem Licht, an echter Position gibt die Antwort.
| Merkmal | DataMatrix | QR-Code | Code 128 (1D) |
|---|---|---|---|
| Flächenbedarf | sehr gering | gering | hoch, wächst mit dem Inhalt |
| Fehlerkorrektur | ECC 200, sehr robust | vier Stufen wählbar | nur Prüfziffer |
| Lesbar in jeder Drehlage | ja | ja | nein |
| Direktmarkierung möglich | ja, üblichstes Verfahren | eingeschränkt | nein |
| Typischer Einsatz | Bauteile, Medizintechnik, Elektronik | Verbraucher, Marketing, Zahlung | Logistik, Handel, Versand |
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Häufige Fragen
Jeder 2D-fähige Imager liest gedruckte DataMatrix-Codes. Laserscanner können es grundsätzlich nicht, weil sie nur eine Linie abtasten. Direktmarkierungen auf Metall oder Kunststoff brauchen zusätzlich ein DPM-fähiges Gerät mit geeigneter Beleuchtung.
Beide sind 2D-Codes, aber für unterschiedliche Zwecke. DataMatrix ist auf minimale Fläche und industrielle Robustheit ausgelegt und wird deshalb in Fertigung und Medizintechnik eingesetzt. Der QR-Code ist auf schnelles Lesen mit dem Smartphone und größere Datenmengen ausgelegt.
Die Untergrenze setzt nicht der Code, sondern die Kombination aus Zellgröße, Druckauflösung und Scanneroptik. Als Faustregel sollte eine Zelle beim Thermotransferdruck mindestens drei Druckpunkte breit sein – bei 300 dpi sind das rund 0,25 mm.
Meistens wegen der Beleuchtung, nicht wegen des Codes. Genadelte oder gelaserte Codes haben keinen Farbkontrast, sondern nur einen Reflexionsunterschied. Glänzende Oberflächen brauchen diffuses Licht, matte einen flachen Lichteinfall. Ein Gerät ohne passende Beleuchtungsoptik liest solche Codes auch nach mehrmaligem Anlernen nicht zuverlässig.
Mit einem Prüfgerät nach ISO/IEC 15415, für Direktmarkierungen nach ISO/IEC 29158. Das bewertet Kontrast, Rasterabweichung, Beschädigung und Ruhezone und gibt eine Note von A bis F. Wer an Kunden mit Qualitätsvorgaben liefert, braucht diesen Nachweis ohnehin.
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