Ratgeber

RFID-Etiketten drucken und codieren

Ein RFID-Etikett entsteht in einem Vorgang, der nach außen aussieht wie normales Etikettendrucken – tatsächlich passieren dabei aber zwei Dinge gleichzeitig. Der Druckkopf bringt Klartext und Barcode auf die Oberfläche, und eine Antenne im Gerät beschreibt den Chip, der im Etikett steckt. Dass beides zusammen funktioniert, ist der eigentliche Grund, warum sich RFID im Betrieb überhaupt betreiben lässt.

Der Ablauf im Gerät: Das Etikett wird unter eine Codierantenne im Druckwerk transportiert, der Chip bekommt seine Nummer geschrieben, das Gerät liest sie zur Kontrolle zurück, und erst danach wird gedruckt und ausgegeben. Schlägt das Beschreiben fehl, wird das Etikett als ungültig gekennzeichnet – üblicherweise mit einem durchgehenden schwarzen Balken überdruckt und ausgeworfen – und der Vorgang mit dem nächsten Etikett wiederholt. Dieses Verhalten ist der Kern der Sache: Ohne Rückleseprüfung wüsste niemand, ob auf der Palette ein stummer Transponder klebt.

  1. Nummernkreis festlegen: Artikelbezogen oder je Einheit eine Seriennummer, bei GS1-Anwendung als SGTIN. Die Vergabe liegt an genau einer Stelle, sonst entstehen Doppelungen.
  2. Material zur Anwendung wählen: Etikettengröße, Transponderlage und Pitch müssen zueinander und zum Gerät passen. Auf Metall braucht es ohnehin eine On-Metal-Bauform statt normaler Rollenware.
  3. Codieren und zurücklesen: Der Drucker beschreibt den Chip und prüft das Ergebnis, bevor gedruckt wird. Fehlgeschlagene Etiketten werden überdruckt und ausgeworfen.
  4. Drucken: Klartext und Barcode kommen auf dieselbe Fläche. Damit bleibt das Etikett auch dort verwendbar, wo kein RFID-Gerät zur Hand ist.
  5. Ausschuss im Blick behalten: Eine steigende Fehlerquote deutet auf Material, Einstellung oder Druckkopf hin. Das Protokoll des Geräts ist dafür die einfachste Kennzahl.

Dass einzelne Etiketten ausfallen, ist normal und kein Gerätefehler. Chips haben eine Ausschussquote, und ein Transponder, der die Prüfung nicht besteht, darf schlicht nicht in den Umlauf gelangen. Wichtig ist nur, dass der Drucker das erkennt und protokolliert – und dass die Rolle von Anfang an mit einer kleinen Reserve kalkuliert wird.

Die Nummer selbst kommt aus der Etikettensoftware oder direkt aus dem Lagersystem. In GS1-Anwendungen ist das üblicherweise ein SGTIN, also die Artikelnummer plus eine Seriennummer. Wer keine Seriennummern führt, codiert artikelbezogen. Entscheidend ist, dass die Nummernvergabe an einer Stelle liegt und nicht an mehreren: Zwei Quellen, die unabhängig voneinander Seriennummern vergeben, erzeugen Doppelungen, die im Bestand später als gespenstische Mehrfachlesungen auftauchen.

Beim Material gibt es einen Unterschied zu normalen Etiketten, der bei der Bestellung gern übersehen wird: Der Abstand zwischen zwei Transpondern auf der Rolle, der sogenannte Pitch, muss zum Gerät passen, und das Etikett muss so aufgebaut sein, dass Chip und Antenne nicht unter dem Druckkopf zu liegen kommen – sonst drückt der Kopf auf die Chipkante, was Druckbild und Druckkopf gleichermaßen schadet. Deshalb wird RFID-Rollenware nicht nach Etikettengröße allein gewählt, sondern nach Etikettengröße und Transponderlage.

Beim Gerät selbst geht es um die Bauform, nicht um die RFID-Fähigkeit an sich. Für den Packplatz oder das Büro reichen kompakte Tischgeräte, im Zebra-Programm etwa die Baureihen ZD621 und ZD611. Für Dauerbetrieb im Lager sind Industriegeräte wie ZT411 und ZT421 üblich, für hohe Volumina ZT610 und ZT620. Für die Einbindung in Anlagen und Print-and-Apply-Systeme gibt es Druckmodule wie ZE511 und ZE521, und für mobiles Etikettieren direkt am Regal Geräte der ZQ-Reihe. Alle diese Baureihen gibt es in RFID-Ausführung – das ist eine Ausstattungsvariante, keine eigene Geräteklasse.

Ein Hinweis zur Nachrüstung: Ein vorhandener Drucker lässt sich nicht einfach zum RFID-Gerät machen. Codierantenne und Elektronik sitzen im Druckwerk, und eine Umrüstung ist je nach Baureihe entweder gar nicht oder nur werkseitig möglich. Wer heute Drucker beschafft und RFID für später einplant, sollte das bei der Auswahl berücksichtigen – der Aufpreis für die RFID-Variante beim Kauf ist deutlich niedriger als ein Gerätetausch zwei Jahre später.

RFID-Drucker nach Einsatzort
EinsatzortBauformBeispiele aus dem Zebra-Programm
Packplatz, Büro, kleine MengenKompaktes TischgerätZD621, ZD611
Lager im DauerbetriebIndustriedruckerZT411, ZT421
Hohe Volumina, DauerlastIndustriedrucker der oberen KlasseZT610, ZT620
Anlagenintegration, Print and ApplyDruckmodul zum EinbauZE511, ZE521
Etikettieren direkt am RegalMobiler DruckerZQ511, ZQ521, ZQ630

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Häufige Fragen

Bedrucken ja, codieren nein. Zum Beschreiben des Chips braucht es eine Codierantenne im Druckwerk. Die meisten Baureihen gibt es deshalb in einer RFID-Ausführung, die beim Kauf gewählt wird; eine spätere Umrüstung ist je nach Modell nicht oder nur werkseitig möglich.

Der Drucker erkennt das beim Zurücklesen, überdruckt das Etikett meist mit einem schwarzen Balken und wirft es aus, dann läuft der Vorgang mit dem nächsten Etikett weiter. Ein gewisser Ausschuss ist normal; erst eine steigende Quote deutet auf ein Problem mit Material, Einstellung oder Gerät hin.

Weil Chip und Antenne nicht unter den Druckkopf geraten dürfen – der Kopf drückt sonst auf die Chipkante, was das Druckbild stört und auf Dauer den Druckkopf beschädigt. Zusätzlich muss der Abstand der Transponder auf der Rolle zur Position der Codierantenne passen.

Aus der Etikettensoftware oder direkt aus dem Lagersystem. Wichtig ist, dass sie aus genau einer Quelle kommt. Zwei Systeme, die unabhängig voneinander Seriennummern vergeben, erzeugen Doppelungen, die sich im Bestand später kaum noch auflösen lassen.

Meistens ja. Der Aufpreis bei der Beschaffung fällt deutlich geringer aus als ein Gerätetausch, wenn das Thema in zwei Jahren aktuell wird. Das gilt besonders für Industriedrucker, die ohnehin viele Jahre im Einsatz bleiben.

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